Titane
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Julia Ducournau’s „Titane“ ist eine furchtlose Kollision aus Body-Horror und verletztem menschlichem Bedürfnis. Was als Geschichte über Trauma beginnt, wird zu einer seltsamen, zärtlichen Odyssee über Identität, Begehren und Überleben.
Julia Ducournau folgt auf ihr einzigartiges „Raw“ mit Titane, einem Drama-Thriller-Horror-Hybrid, der sich jeder einfachen Schublade verweigert. Es beginnt mit einem Autounfall in der Kindheit, der eine Spur aus Metall hinterlässt, und begleitet dann die erwachsene Alexia (Agathe Rousselle), wie sie sich wie ein stromgeladener Draht durch die Welt bewegt – schön, unberechenbar und unmöglich vorherzusagen. Die ersten Bewegungen des Films wirken wie reine Provokation, sind aber zugleich ein Manifest: Diese Geschichte wird sich nicht benehmen.
Alexias Leben wird von den körperlichen und psychischen Nachwirkungen dieses frühen Unfalls geprägt, und Ducournau behandelt den Körper zugleich als Beweisstück und Schlachtfeld. Die Kamera verweilt auf Oberflächen – Haut, Chrom, Schweiß – bis die Grenze zwischen Faszination und Unbehagen verschwimmt. Doch der Schock ist nie bloß Selbstzweck; der Film nutzt das Extreme, um zu fragen, was wir mit Schmerz anfangen, wie wir uns selbst performen und was es kostet, weiterzumachen, wenn man das eigene Spiegelbild nicht mehr erkennt.
Die Erzählung nimmt eine scharfe, traumartige Wendung, als Alexias Flucht sie in den Orbit von Vincent (Vincent Lindon) führt, einem Feuerwehrmann, der ein Jahrzehnt Trauer mit sich trägt. Ihre Verbindung entsteht ebenso aus Verzweiflung und Schweigen wie aus Worten, und Lindon spielt Vincent mit einer rohen, schmerzenden Aufrichtigkeit, die die wildesten Ausschläge des Films erdet. Was ein einfacher Twist hätte sein können, wird zu etwas Seltsamerem: eine fragile Vereinbarung, in der beide für einen Moment so tun dürfen, als hätten sie wiedergefunden, was sie verloren haben.
Um sie herum steht ein Ensemble, das den Film selbst in seinen surrealsten Momenten bewohnt wirken lässt – Garance Marillier, Laïs Salameh, Mara Cissé, Marin Judas, Diong-Kéba Tacu und Myriem Akheddiou verleihen einer Welt Struktur, die teils industrieller Schmutz, teils Fiebertraum ist. Ducournaus Regie ist präzise: Sie inszeniert Zärtlichkeit und Gewalt mit derselben unerschrockenen Aufmerksamkeit und fordert dich heraus zu sehen, wie nah beides im selben Bild beieinanderliegen kann.
Am Ende ist Titane weniger ein Rätsel, das es zu lösen gilt, als eine Erfahrung, die man aushalten und in sich aufnehmen muss. Es geht um Verwandlung – gewählt, erzwungen und improvisiert – und um die unbequeme Gnade, akzeptiert zu werden, wenn man es am wenigsten verdient. Wenn dich Kino anzieht, das große Risiken eingeht und dich verändert zurücklässt, ist das ein Film, dem man zu seinen eigenen Bedingungen begegnen sollte. Mehr redaktionelle Beiträge und Trailer findest du unter https://trailerix.com.
Besetzung
Bild © TMDB
Stab
Bild © TMDB
Häufige Fragen
Welchem Genre gehört Titane (2021) an?
Titane verbindet Drama, Thriller und Horror und wechselt zwischen intensiven Body-Horror-Bildern und unerwartet intimem Charakterdrama.
Wer führte bei Titane Regie?
Titane wurde von Julia Ducournau inszeniert, bekannt für mutiges, körperlich spürbares Erzählen, das Genregrenzen verschiebt.
Wer spielt in Titane mit?
In den Hauptrollen spielen Vincent Lindon und Agathe Rousselle, mit unterstützenden Auftritten von Garance Marillier, Laïs Salameh, Mara Cissé, Marin Judas, Diong-Kéba Tacu und Myriem Akheddiou.
Worum geht es in Titane (ohne Spoiler)?
Nachdem ein Unfall in der Kindheit ihr eine Metallplatte im Kopf hinterlässt, gerät das Leben einer Frau in einen bizarren Strudel, der sie mit einem Feuerwehrmann zusammenbringt, der glaubt, seinen seit zehn Jahren vermissten Sohn gefunden zu haben.
Ist Titane sehr grafisch?
Ja. Titane enthält explizite Gewalt und starke Body-Horror-Elemente sowie emotional intensive Themen, die für manche Zuschauer herausfordernd sein können.
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